Veranstaltungen

Mo, 01. September 2014
Töpfern an der Drehscheibe
(Künstlerische Gestaltung)

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Mo, 01. September 2014
Hanns Eisler - Musik und Politik ein Jahrhundertleben
(Konzert)

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Di, 02. September 2014
Töpfern mit der ganzen Familie
(Künstlerische Gestaltung)

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Fusswandern

Ortsplan

Entdeckungstour durch Vergangenheit und Gegenwart des Künstlerortes Ahrenshoop.

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Die Wanderung beginnt an der Kurverwaltung im Kirchnersgang Nr. 2. Von dort geht es zunächst zur Mündung an der Dorfstraße vorbei an einem mit einem kleinen Türmchen versehenen Gebäude (Dorfstraße 14), einst vom Rechtsanwalt Dr. Kaysel, Vater der

Malerin Otty Kaysel, einer Malschülerin Müller-Kaempffs, als Sommerhaus erworben. Dr. Kaysel war 1904 Mitbegründer des Ahrenshooper Vereins für gemeinnützige Zwecke und der Malerkolonie sehr verbunden.

Der Weg führt nun nach links und vorbei an der Alten Schule

(Dorfstraße 16), dem ehemaligen Ahrenshooper Schulgebäude, das heute als Galerie genutzt wird, mit der dahinter liegenden Strandhalle (Dorfstraße 16a), einem für Ausstellungen und Veranstaltungen der Kurverwaltung genutzten Ort. Unmittelbar neben dem Zugang zur Strandhalle befindet sich an der

Dorfstraße 18 das 1892 in Ahrenshoop als erstes Künstlerhaus errichtete Wohnhaus des Begründers der Ahrenshooper Malerkolonie Paul Müller-Kaempff (1861-1941).

Gleich ein Grundstück weiter (Dorfstraße 20) errichtete ebenfalls 1892 die Malerin Bertha Gerresheim (1846-1916) ihr Haus, das sie mit ihren malenden Schwestern Auguste (1838-1908) und Anna (1856-1921) bewohnte. Anna Gerresheim zählt neben Elisabeth von Eicken heute zu den bekanntesten Malerinnen aus der Gründerzeit der Ahrenshooper Malerkolonie.

An der Bunten Stube, die bereits 1922 von Martha Wegscheider und dem Grafiker Hans Brass in einem Nebengebäude gegründet und 1929 an heutiger Stelle erbaut wurde, führt der Weg erneut nach links zum Kunstkaten (Strandweg 1).

Im Jahre 1909 von Paul Müller Kaempff und seinem Malerkollegen Theobald Schorn als Ausstellungspavillion für die Ahrenshooper Maler gebaut, der zugleich als Anregung für künftiges Bauen gedacht war, wird er seit 1946 ununterbrochen für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Der Kunstkaten bildet heute als Galerie und Veranstaltungshaus der Kurverwaltung das kulturelle Zentrum des Künstlerortes Ahrenshoop.

Links neben dem Kunstkaten befindet sich das zu gleicher Zeit errichtete Wohnhaus(Strandweg 2) des Malers Theobald Schorn (1865.1913).

Der Weg führt zurück zur Dorfstraße und nach links an dem gelben Fachwerkhaus der Familie Wegscheider (Dorfstraße 26) vorbei. Dieses Haus gehörte bis 1908 dem Maler Martin Körte (1857-1927).

Nur zwei Grundstücke weiter (Dorfstraße 30) befindet sich das Atelierhaus des Malers Hugo Richter-Lefensdorff (1854-1904).

Und noch ein Künstlerhaus befindet sich an dieser Straßenseite. Unmittelbar neben dem mit eigenwilliger Architektur errichten Neubau befindet sich das 1925 errichtete Atelierhaus (Dorfstraße 32) des Malers Alfred Partikel (1888-1945).

Er gehört mit Gerhard Marcks und Fritz Koch-Gotha bereits zur Nachfolgegeneration der Ahrenshooper Malerkolonie.

Nach einem etwas längerem Fußweg auf der gegenüber-liegenden Seite der Dorfstraße, vorbei an dem Neubau des Café Namenlos und dem Neubau des Kurhauses sowie dem kleinen Atelierhaus des Malers Rainer Dörner, erkennbar an den beiden Katzen auf den Torpfosten, führt der Weg bis zum Hotel „Der Fischländer“.

Dort angekommen überqueren wir das Hotelgrundstück und gelangen in den Schifferberg an der Mündung des Koppelweges.

Auf dem oberen Teil des Eckgrundstückes (Schifferberg 11) errichtete 1912 der Maler Prof. Franz Triebsch (1870-1952) ganz in der Vorbildarchitektur des Kunstkaten sein Atelierhaus.

Sein Malerkollege Prof. Friedrich Wachenhusen erbaute bereits 15 Jahre zuvor im Jahre 1897 auf dem Nachbargrundstück (Schifferberg 10) sein eigenes Wohn- und Atelierhaus. Später wurde dieses Haus von dem Rostocker Verleger Peter Erichsen (Hinstorff-Verlag) und in jüngster Zeit von dem jetzt in Schwerin lebenden Holzbildhauer Jan Jastram bewohnt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Wachenhusen erbauten die Malschülerinnen Eva von Pannewitz (Schifferberg 8) und Henriette von Choffel (Schifferberg 7) in den Jahren 1895/96 ihre Pensionshäuser. Weiter führt der Weg zunächst in den Doris-Oberländer-Weg zur Nr.1. Hier wohnte seit Ende der

30-er Jahre bis zu ihrem Tode 1989 die Bildhauerin Doris Oberländer. Zurück zum Schifferberg geht es dann weiter bis zur Mündung in den Paetowweg.

Unmittelbar vor der 1951 erbauten Schifferkirche erblickt man linkerhand hinter einem kleinen privaten Parkplatz den erst 1873 angelegten Friedhof. Nach heutiger Kenntnis befinden sich dort nur drei Grabstellen von Künstlern der ersten Generation der Malerkolonie. Ein Gedenkstein erinnert an alle Künstler der ersten Generation. Nach einem kurzen Blick in die Schifferkirche, deren Altarwand und Kanzel sowie Taufschalenhalterung von Doris Oberländer geschaffen wurde, geht es nun rechts zur nahen Dorfstraße, auf der wir boddenseitig uns wieder dem Zentrum nähern.

Gleich hinter dem Eckgrundstück befindet sich das ehemalige Wohn- und Werkstattgebäude der Keramikerin Regine Wellmer (Dorfstraße 43). Regine Wellmer ist leider verstorben. Nur zwei Grundstücke weiter (Dorfstraße 41) erbaute 1894 die Malschülerin Helene Hegewald ihr als Pension geführtes Atelierhaus.

Elisabeth von Eicken ließ vor ihrer Heirat (von Paepke) das Nachbargebäude als ihr Atelier- und Pensionshaus errichten. Heute beherbergt es Appartements und ein Restaurant.

Unser Weg führt weiter zur Dorfstraße 35. Dort errichtete Paul Müller-Kaempff 1894 eine Sommerpension unter dem Namen Sankt Lukas für seine Malschülerinnen, die er bis 1919 im Zeichnen und Malen vor der Natur unterrichtete und zugleich beherbergte.

Als Haus Lukas steht das Gebäude (Dorfstraße 35) heute Künstlern verschiedenster Genres zur Verfügung, um sich für einige Wochen von der Landschaft und dem Ort inspirieren zu lassen. Am Hotel „Zum Strandläufer“ biegen wir links in den Hans Brass Weg ein, um einen kurzen Abstecher zur

Klanggalerie „Das Ohr“ des Komponisten und Pianisten Lutz Gerlach und der Pianistin Ulrike Mai zu unternehmen. Das Gebäude mit der eigenwilligen Architektur wurde im Jahre 2004 errichtet und wird seither von beiden als Konzerthaus genutzt.

Zurück an der Dorfstraße geht es boddenseitig weiter bis unmittelbar vor dem Baltischen Hof. Dort wenden wir uns nach links in den Feldweg und gelangen nach etwa 150 m zum ehemaligen Wohn- und Atelierhaus der Bildhauerin Hertha von Guttenberg (1896-1990).

Im Weiteren überquert der Weg am Grenzgraben die historische Grenze zwischen Vorpommern und Mecklenburg und mündet dort in den Bernhard-Seitz-Weg.

Gleich das erste Gebäude auf der linken Seite beherbergt die Keramikerfamilie Friedemann Löber. Neben der Keramikwerkstatt betreiben sie dort eine Galerie, in der neben eigenen Arbeiten auch Gastkünstler die Möglichkeit haben, ihre Kunstwerke zu präsentieren.

Am nächsten Abzweig lohnt ein Blick in die zeitgenössische Galerie Neues Kunsthaus und ein Besuch der Käthe-Miethe-Bibliothek (Bernhard-Seitz-Weg 3 / 3a). Weiter geht es dann bis zum Bernhard-Seitz-Weg 7. Die ehemalige Büdnerei 3 kaufte 1895 der Maler Carl Friedrich Koch (1856-1941). Im selben Jahr erwarb der Maler Heinrich Schlotermann (1859-1922)

das Gebäude im Bernhard-Seitz-Weg 13.

Ein kleines unscheinbares Gebäude, das zur ehemaligen Büdnerei 10 gehörte, erwarb 1901 der Physiker Prof. Dr. Adolf Miethe (1862-1927), der mit seiner Erfindung der Drei-Farb-Fotografie der Fotokunst den Weg bereitete und den Künstlern der Malerkolonie sehr verbunden war. Am Giebel des Gebäudes ist sein Name zu finden.

Am Restaurant Café Saatmann an der Althäger Straße angekommen wenden wir uns nach links und schauen vor dem Feuerwehrgebäude nach links in den Weg.

Dieser Weg wurde nach dem Zeichner und Karikaturist Hermann Abeking (1882-1939) benannt, der ab 1904 an diesem Weg die ehemalige Doppelbüdnerei 14 und 15 bewohnte. Heute befindet sich auf dem Grundstück ein Neubau mit mehreren Ferienwohnungen.

Unser Weg führt zurück und quer über die Althäger Straße zum

Weg zum Hohen Ufer.

In den fünfziger Jahren wurden die Grundstücke links und rechts des Weges parzelliert und mit Wochenendhäusern der wissenschaftlichen und künstlerischen Intelligenz der ehemaligen DDR bebaut. Unter ihnen der Bildhauer Brückner-Fuhlrott (1908-1984) und die Kunstweberin Ita Rost (1895-1977).

Am Ende dieses Weges erreichen wir die Kliffkante des Hohen Ufers. Wir wenden uns nach rechts und folgen so den Weg, den der Begründer der Ahrenshooper Malerkolonie Paul Müller-Kaempff genommen haben muss, als er im Herbst 1889 erstmals den Ort Ahrenshoop entdeckte und von seiner unberührten Landschaft ergriffen war.

Ein wenig davon kann man noch heute an der Stelle entdecken, wo der Wanderweg in den Grenzweg mündet und sich einem der Blick zum Darßer Ort eröffnet.

Wir folgen nun dem Grenzweg, der an dieser Stelle die schon einmal beschriebene Grenze bildete. Auf der linken, also der vorpommerschen Seite, befindet sich auf dem Grundstück Nr. 8 ein in Rekonstruktion befindliches Fachwerkgebäude.

Es wurde 1895 von dem Maler Friedrich Grebe (1850-1924) als Pensions- und Atelierhaus erbaut.

Schräg gegenüber (Grenzweg 14) auf der mecklenburgischen Seite errichtete im Jahre 1907 sein Freund und Malerkollege Karl Bartoschek (1870-1943) ein Wohn- und Atelierhaus im Jugendstil.

Linkerhand zweigt vom Grenzweg der Niemannsweg ab. Wir folgen diesem Weg vorbei an dem Wohnhaus des Schriftstellers Wolfgang Schreyer.

Seine Ehefrau, Ingrid Schreyer, widmet sich als Autorin in der Schriftenreihe „Ahrenshooper Art“ im Besonderen der Geschichte der Ahrenshooper Malerkolonie und sein Sohn Paul macht erste eigene Schritte als Autor, Fotograf und Videoproduzent.

Am Strom angekommen führt der Weg nach rechts in Richtung Dorfstraße.

Ein alter Räucherkaten (Am Strom 6), der ursprünglich am Vordarss stand, diente dem Maler und Grafiker Georg Hülsse (1914-1996) bis zu seinem Tode als Wohn- und Atelierhaus. Wieder an der Dorfstraße angelangt wenden wir uns noch einmal nach links, gelangen zum Kirchnersgang und schließlich zum Ausgangspunkt unserer Fußwanderung. Sicher gäbe es noch viel mehr zu entdecken. So zum Beispiel die Wegebezeichnung innerhalb der in den 60-er und 70-er Jahren angelegten Wochenendhaussiedlung „Hohes Ufer“, die von zahlreichen Wissenschaftlern und Künstlern zur Erholung und Inspiration genutzt wurden. Neben einigen der bereits genannten Maler aus der Geschichte der Malerkolonie wurden dort auch die beiden Maler Edmund Kesting und Hans Kinder gewürdigt. Wer mehr über die in dieser Wanderung genannten Künstler, so sie denn bereits verstorben sind, wissen möchte, dem sei das von Friedrich Schulz verfasste „Künstlerlexikon Ahrenshoop“ und das von Ruth Negendanck verfasste Buch „Künstlerkolonie Ahrenshoop“ empfohlen.